Melanom - Komplikationen
Trotz größter Sorgfalt kann es bei der Operation des malignen Melanoms vereinzelt zu Störungen kommen. Die Häufigkeit und der Schweregrad der Komplikationen ist abhängig von der Lage und der Größe der Geschwulst. Zu nennen sind: Verletzungen benachbarter Gewebe: Verletzungen von Hautnerven können zu vorübergehenden oder dauerhaften Missempfindungen. Taubheitsgefühl, seltener auch Schmerzen führen. Eine Schädigung von Bewegungsnerven kann Lähmungen zur Folge haben. Wurde ein Nerv berührt, normalisiert sich die Funktion in der Regel von alleine wieder. Wurde ein Nerv durchtrennt kann die Störung unter Umständen durch eine Nervennaht behoben werden. Durch die Verletzung von Blutgefäßen kann es zu Blutungen oder Nachblutungen kommen. Je nachdem wie groß das Gefäß ist, kann extrem selten eine Blutübertragung erforderlich werden. Durch die Fremdblutübertragung kann es sehr selten zu Infektionen. z.B. mit Hepatitis-Viren, (Folge: Leberentzündung) oder extrem selten mit HIV (Spätfolge: AIDS) kommen; Fragen Sie Ihren Arzt, ob die Bereitstellung von Eigenblut möglich und sinnvoll ist! Wundinfektion: Gelangen Krankheitserreger in das Operationsgebiet, kann es zur Vereiterung der Wunde kommen, die dann eröffnet werden muss.
(Fortsetzung) Die Wundheilung ist in diesem Fall verzögert, es kann sich eine berührungsempfindliche Narbe bilden. Äußerst selten gelangen Krankheitserreger in die Blutbahn und führen zu einer Blutvergiftung. Bei allen Infektionen sind weitergehende medikamentöse Behandlungsmaßnahmen erforderlich; Narbenwucherungen: Bei einer entsprechenden Veranlagung oder nach einer Wundheilungsstörung können sich überschießende Narben bilden (z.B. Keloide). Nachbehandlungen können dann erforderlich sein; Absterben von Gewebebereichen (Nekrose): Dazu kann es kommen, wenn die Wunde unter Spannung vernäht werden musste, Hautverpflanzungen oder andere Methoden der plastischen Chirurgie erforderlich waren. Die Wundheilung ist dann verzögert und die Narbenbildung ungünstiger. Korrekturoperationen sind in manchen Fällen möglich; Lymphstauung: Wenn Lymphknoten und das umgebende Fettgewebe entfernt werden mussten, extrem selten auch ohne einen derartigen Eingriff, kann es zu Schwellungen, Lymphansammlungen (Serome) oder Lymphfisteln kommen. Schwellungen können durch Bandagieren, Massagen und Medikamente, Serome und Fisteln mit Punktionen und Druckverbänden behandelt werden. Unter Umständen kann die Behandlung langwierig sein;
Unverträglichkeitsreaktionen: Erfolgt der Eingriff in örtlicher Betäubung oder werden Schmerzmittel verabreicht, kann es in Ausnahmefällen zu Unruhe, Krämpfen, Atemstörungen, Blutdruckanstieg oder -abfall, Herzrhythmusstörungen, Herzschlagverlangsamung und/oder allergische Reaktionen (z.B. Juckreiz, Kreislaufreaktionen bis hin zum Schock) kommen, die u.U. lebensbedrohlich sein können und evtl. intensivmedizinische Behandlung erfordern; in sehr seltenen Fällen entwickeln sich Haut- und Weichteilschäden (Spritzenabzess, Absterben von Gewebe, Nerven- und Venenreizungen) und länger andauernde Beschwerden (Narben, Schmerzen) durch Einspritzungen vor, bei und nach dem Eingriff; selten sind Eiterung oder nässende Fisteln durch Fäden, die für ein besseres kosmetisches Ergebnis in der Haut belassen werden und vereinzelt durch die Haut nach außen durchspießen; Lagerungsschäden: Wenn die Operation in Allgemeinnarkose durchgeführt wurde, kann es in seltenen Fällen zu Druckschäden an Nerven und Weichteilen durch die bei der Operation erforderliche Lagerung kommen; meist bilden sie sich innerhalb weniger Wochen zurück. In Einzelfällen können jedoch bleibende Beschwerden (z.B. Taubheitsgefühl, schmerzhafte Missempfindungen) oder Narben zurückbleiben. Das gilt auch für Hautschäden durch Desinfektionsmittel und/oder elektrischen Strom.

